Am Bienenstand

Imkerei

Einblicke in wesens- und artgerechte Zucht- und Betriebsweise mit viel neuem Lernpotenzial

VSH+-Pflegeverhalten bei diesem Carnica-Volk (opened Broot)

Naturbauwaben: So bauen die Bienen ohne Vorgaben

sich putzende Italienerin am Flugloch

Ob ein Bienenvolk genug Winterfutter hat, sollte man nicht schätzen, sondern messen. Die Hängewaage ist dafür seit Jahren ein bewährtes Werkzeug, das unter anderem Gerhard Liebig empfahl (Liebig 2020; Liebig 2015). Verlassen kann man sich nur auf Daten.

Hängewaage ist am Beutenboden eingehakt. Der Beutenboden wird an der Hängewaage hochgezogen, so kann man den hinteren Wert des Futtergewichtes ablesen.
Eine Hängewaage sollte sich gut am Boden der Bienenbeute befestigen lassen, ohne dass sie groß herumrutscht (Quelle: eigenes Bild). Hier ist jedoch einiges nachzulegen...

Zwei Messmethoden

Für das Ermitteln des Winterfuttervorrats gibt es (neben der teuren Anschaffung einer Stockwaage) zwei günstige Messmethoden, die ich euch hier gegenüberstellen möchte:

  1. das Wiegen hinten und Multiplikation mit 2,
  2. das Wiegen vorne und hinten und Addition beider Werte – das ist die genauere Messmethode.

Beide Varianten beschrieb auch Liebig (2015); das Addieren beider Werte empfiehlt zum Beispiel Radtke (2021). Das Problem bei Methode 1: Das Futter kann ungleich im Stock verteilt sein, denn die Bienen lagern ihren Vorrat nicht unbedingt gleichmäßig ein. Hebt man nur hinten an, misst man nur „die halbe Beute“ – und verdoppelt einen möglichen Fehler.

Allerdings habe ich beim Einwiegen feststellen können, dass die Abweichung zwischen beiden Methoden im Zehntel-Kilogramm-Bereich liegt.

Vom Gewicht zum Futtervorrat

Die Waage zeigt das Gewicht des ganzen Volkes – Beute, Rähmchen und Waben, Bienen und Futter. Den Futtervorrat erhält man erst, wenn man das Leergewicht abzieht (Fischer 2014). Als Richtwert nannte Liebig für Völker in Einfachbeuten (Zander) nach der Auffütterung etwa 28 kg bei einer Zarge und etwa 42 kg bei zwei Zargen (Liebig 2015). Aumeier empfiehlt, Wirtschaftsvölker im September nachzufüttern, wenn nicht mindestens 16 kg Futter auf den Waben sind; für Jungvölker nennt sie je nach Standort etwa 12 bis 18 kg Winterfutter (Aumeier 2017).

Meine Waage

Ich benutze für die Einwaage diese Hängewaage. Mit ihr habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Bedienung ist einfach und die Genauigkeit ist für meine Zwecke genau genug. Außerdem hat sie ein einrollbares Messband, welches am Stand auch mal gebraucht werden kann.

Literatur

  • Aumeier, P. (2017): Monatsbetrachtungen September 2017: Imker als Tierschützer? Ja, das ist möglich! PDF auf immelieb.de
  • Fischer, J. (2014): Beitrag zur Futterkontrolle. In: Bienen@Imkerei, Infobrief 2014/18 vom 18.07.2014. PDF
  • Liebig, G. (2015): Völker füttern und Milben zählen. In: Ruhrstadt-Imker Aktuell, KIV Ruhrgebiet e. V., 08.09.2015. PDF
  • Liebig, G. (2020): Ruhrstadt-Imker Aktuell, KIV Ruhrgebiet e. V., 22.03.2020. kiv-ruhrgebiet.de
  • Radtke, J. (2021): Einfütterung abschließen. In: Bienen@Imkerei, Infobrief 24/2021 vom 17.09.2021. PDF

Alle Links abgerufen am 25.10.2026.

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