Von Marcus Kuntze auf Montag, 03. August 2026
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Vorsichtiges Einfüttern ist angesagt

Unsere Bienen finden nix mehr draußen und wir sind nun erst Anfang August 2026. Der heiße Hochsommer zollt Attribut.

Sobald die Nektarquellen versiegen, gehen die Bienen in Brutstopp. Vor allem die Gattung Carnica. Um winterüberlebensfähige Individuenanzahlen zu bilden, müssen wir nun handeln.

Mit Einbringung von Futter erwacht der Sammeltrieb und somit auch die Räubereibereitschaft. Eine moderate Flüssigfuttergabe bei Fluglocheinengung ist nun angesagt.

In meiner Betriebsweise wähle ich die Futtertasche als Einfütterungsutensil meiner Wahl für den Einfütterungsommer 2026. Dafür gibt es schwerwiegende Gründe:

Die Futtertaschen sind vom Volumen her definiert. Ich nutze z.B. die Zweiwabenfuttertasche mit 4 kg Inhaltsvermögen. Die Futtertasche nimmt den Platz von zwei Waben ein. In diese kann ich gute 4kg flüssig füttern. Die Begrenzung der Einfüttermenge lässt genügend Platz für frische Brut. Immerhin haben wir noch ca. 2,5 Monate, in der unsere Bienen groß werden können. Füttert man auf einmal zu viel (Eimerfütterung oder Fütterung mit dem Adamfütterer), dann bevorraten unsere Bienen das Futter, was das Zeug hält (keine Biene zählt, wie viel Futter eingetragen wurde) und verhonigen den Platz in den Waben für die Brut.

Um Unruhe im Stock zu vermeiden lasse ich während der Befüllung der Futtertasche die restlichen Bienenwaben mit der Abdeckfolie bedeckt. Das minimiert auch den Raucheinsatz.

Adam-Fütterer oder Eimerfütterung eignet sich immer dann, wenn man spät mit der Einfütterung beginnt (Ende September Anfang Oktober). Dann sind die Bienen auf Überwinterungsstärke angewachsen und es macht nichts mehr aus, wenn das Brutnest ein wenig verhonigt.

Die untere Tabelle schlägt Einfütterungsarten nach Trachtquelle vor. Diese Vorschläge kommen von mir und sind eine Kombination aus Ableitung von Erkenntnissen in der Bienenliteratur und eigenen Erfahrungen.

Trachtsituation Einfütterung ​ggf. Behandlung
​Waldtracht bleibt aus ​vorsichtiges Einfüttern in der Wabentasche nach der Sommerbehandlung ​Ende Juli, Anfang August
​Waldtracht kommt üppig​"brachiales" Einfüttern mit Eimern oder Adam-Fütterer​Ende August, Anfang September

Das Futter muss spätestens Ende September in die Völker eingebracht sein, danach können Nächte schon zu kalt werden und die Bienen gehen in die Wintertraube. In den Futtertaschen verbleibendes Futter kann dann nicht mehr in die Waben eingetragen werden.

Es stehen für die Einfütterung verschiedene Futtermittel zur Verfügung. Über Futtermittel und ihre Vor- und Nachteile folgt bald nach der Bienensaison 2026 ein weiterer Artikel. Erst mal so viel zu dem Futtermittel meiner Wahl:

ApiInvert eignet sich besonders, da die Bienen den Zucker nicht mehr aufspalten müssen. Api invert kann einfach abgenommen und in die Waben eingebunden werden.

Übrigens: zum Thema Behandlung
Varroose gilt seit diesem Jahr als meldepflichtige Krankheit. Wie man meinem Blog und meinen Artikeln entnehmen kann, versuche ich mich seit 2026 in der Varroatolleranzzucht.
In der Varroatolleranzzucht ist es wichtig, das Volk mit Varroa in Kontakt zu halten, dass sich die Varroasensitivität im Volk erhält. Daher gelten bei meiner Betriebsweise strenge Grenzen für den natürlichen Varroa-Fall, bei denen ich meine Völker behandle.
Im August ist bei einem natürlichen Milbenfall von 5-10 Milben pro Tag die Schadgrenze erreicht. Wer die Bienenprobe macht, muss schon bei einem Fall von 1% (1 Milbe auf 100 Bienen) behandeln.
Eine gute biotechnologische Völkerführung über das Bienenjahr (Drohnenrahmen, Ablegerbildung, Bannwabenverfahren) macht die Sommerbehandlung weniger stressig für unsere Bienen.

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