Das Bannwabenverfahren - kleine wissenschaftliche Studie

Ich beleuchte in einer kleinen wissenschaftlichen Studie, wie gut sich das Bannwabenverfahren als biotechnologische Varroabehandlung eignet. Diese kleine Studie darf sich eigentlich nicht unbedingt Studie nennen, da ich in diesem Video nur knapp 30 Brutzellen untersucht habe. Ich plane eine etwas größere Studie, die auch die Bannwaben der vorherigen Durchläufe berücksichtigt, so dass wir auf eine akzeptable Datenlage zurückgreifen können, die in einer Stichprobe mündet.

Zunächst aber der theoretische Ablauf des Bannwabenverfahrens.

Bannwabenverfahren in der Duplex-Bannwabentasche

Für diese kleine Ministudie nutzte ich eine Duplex-Bannwabentasche. Die Anwendung in der Duplex-Bannwabentasche findet üblicherweiser nach der 2x12-Methode statt.

Tag ToDo
X (Einsetzen der Bannwabe) Es wird eine Brutwabe mit möglichst vielen Stiften und offener Brut und einer Mittelwand in die Bannwabentasche gehängt. Die Königin wird gefunden und dann auf die Brutwabe der Bannwabe gesetzt. Die Bannwabe wird bienendicht verschlossen und dann in die Mitte des Brutfeldes gehängt.
X+12 (Tausch der ersten verdeckelten Brutwabe)Die nun volltändig verdeckelte Brutwabe auf Pos. 1 der Bannwabe wird herausgenommen und durch eine Leerwabe ersetzt. Die Mittelwand auf Pos. 2 ist nun ausgebaut und bestiftet. Die Königin verbleibt auf der Bannwabe. Die Bannwabe wird bienendicht verschlossen.
X+24 (Tausch und Freisetzung der Königin)Die Königin wird freigesetzt und die verdeckelten Brutwaben entnommen.

Am Ende des Bannwabenverfahrens kann noch mit Oxalsäure behandelt werden, da das Volk dann brutfrei ist.

So viel zur Theorie.

Praxis sieht manchmal anders aus

In meinem Fall waren Brutwabe und Mittelwand am 12. Tag vollständig verdeckelt, so dass ich beide Bannwaben entnommen habe. Danach habe ich zwei Leerwaben in die Duplex-Tasche eingesetzt. Nach 12 Tagen war eine davon vollständig verdeckelt und die zweite zum Teil (sieht man ja auf dem Video). Ich habe beide Brutwaben aus dem Volk genommen, die Königin freigesetzt und am nächsten Tag mit Oxalsäure behandelt. 


Studienvideo zur Wirksamkeit der Bannwabe

Varroenanzahl - zweite Runde Duplex-Bannwabenverfahren

In 30 Brutzellen wurden 10 Varroen gefunden. Ins Verhältnis gesetzt macht das 33% Varroenbefall in den verdeckelten Brutzellen. Zumeist saß bei den untersuchten Zellen eine Varroa auf der Larve, ihr Reproduktionszyklus hatte also noch nicht gestartet.

Bei der Brutzellenanzahl auf einer Zanderseite von ca. 800 Brutzellen (nach R. Schwarz) sind dies 264 Varroen auf einer Zanderseite. Nehmen wir beide Zanderseiten zusammen, so kommen wir auf 528 Varroen, die von einer Zanderbrutwabe herausgefangen werden können.

Rechnen wir die Behandlungszyklen zusammen, dann kommen wir auf folgende Zahl der herausgefangenen Varroen am Ende der zwei Behandlungszyklen:

Wir gehen von 3 voll verdeckelten Bruträhmchen und einem halbverdeckelten Bruträhmchen aus. Mit den 3 voll verdeckelten Brutzellen fangen wir 3x264 und mit den halbverdeckelten Bruträhmchen 464 Varroen heraus. In Summe macht dies 1265 Varroen mit einer Behandlung. Das ist schon mal eine stattliche Anzahl an Varroen, die herausgefangen werden und den Milbendruck auf das Volk abschwächen.

Die anschließende Oxalsäurebehandlung erledigt dann den Rest.

Fazit

Die Kombination aus Bannwabenverfahren und Oxalsäurebehandlung stellt für mich eine der schonensten und naturnahen biotechnologischen Verfahren dar. Außer auf den Bannwaben wird keine Brut getötet. Ameisensäure bedingt massive Brutschäden, die einer totalen Brutentnahme entgegenkommen.

Die erzwungene Brutpause durch Käfigen birgt das Risiko, dass die nicht legende Königin vom Volk nicht mehr akzeptiert wird und durch eine Stille Umweiselung nach Freilassen aus dem Stock geschmissen wird.

Totale Brutentnahme führt das Volk in einen horrenten Außnahmezustand, in dem die Königin den Totalverlust der Brut wieder ausgleichen muss. Das geht an die Substanz der Königin und belastet das Volk unnötig.

Daher steht für mich außer Frage: Bei Problemvölkern mit hohem Varroendruck führe ich auch in Zukunft gerne das Bannwabenverfahren durch.

Natürlich muss früher oder später eine breite Varroatoleranzzucht auch von Kleinimkern und Hobbyimkern unsere Bienen aktiv gegen Varroa werden lassen. Bis dahin bietet sich das Bannwabenverfahren als hocheffizientes biotechnologisches Verfahren an.

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