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Füttern nicht vergessen!

Lang andauernder Regen verhindert im Moment, dass die Bienen kontinuierlich Nektar und Pollen eintragen können. Stockt der Pollenteintrag, so stockt auch die Produktion an Ammenfuttersaft (vgl. Liebig 2021), der für den Nachwuchs wichtig ist. Diese Tatsache ist wichtig bei

  • Eingefangenen Schwärmen
  • Kunstschwärmen
  • Ablegern

Ein Volk ohne Brut verbraucht ca. 1 kg Futter pro Monat, ein Volk mit Brut jedoch 3. Im Moment brüten alle Völker. Daher ist bei schwächerer Bienenmasse vom Imker in den Futtervorrat einzugreifen.

Ebenso bauen die eingefangenen Schwärme ihre Mittelwände aus, was zusätzliches Futter verlangt. Es wird zwar die Hälfte des Honigs vom ausziehenden Bienenschwarm mitgebracht, gleichzeitig verbrauchen die Bienen jedoch 10-15% ihres Körpergewichtes beim Ausbau von Zander-Mittelwänden.

Ein Volk von 15.0000 Bienen (ein mittlerer Schwarm) benötigt damit 123 g an Futter für den Ausbau von einer Mittelwand Zander. Im besten Fall bauen die Bienen jedoch 10 Zanderrähmchen aus. Das bedeutet, das das Volk bei 15.000 Bienen 1,23 kg für den Ausbau von 10 Waben benötigt.

Im Moment ist Zuckerteig Flüssigfutter vorzuziehen, da der Teig weniger räubernde Bienen anlockt. Jedoch ist der Futterteig mit mehr Energieaufwand von Seiten der Bienen aufzuschließen. Außerdem benötigt die Aufnahme des Futterteigs Wasser. Aber das haben wir ja im Moment zu genüge!

Ein Anheben der Bienenbeute ohne Blechdeckel und Holzdeckel bringt Aufschluss über die Versorgung der Völker mit Futter: ist die Beute ungefähr so schwer wie ein voller Bierkasten, dann passt das noch mit der Futterversorgung. Ist er es nicht, dann sollte nachgefüttert werden.

Eiweisfutterteig oder Futterteig?

Futterteige ergeben ca. doppelt so viel Futter wie Flüssigfutter (Invertzucker, Zuckerlösungen). 
Invertzucker-lösungen (Flüssigfutter) sind sofort für die Bienen zugänglich und können in Wachs direkt umgewandelt werden.

Von Eiweisfutterteigen, die man im Einzelhandel bekommt, sollte Abstand genommen werden. Diese Futterteige beinhalten max. 8g Pollen auf 1kg Zuckerteig. Das sind 8 Promille Pollen oder 8ppm an Pollen oder 8/1000 an Pollen! Besser ist es, Eweisfutterteige selbst herzustellen. Ein gutes Rezept für die Eiweisfutterherstellung gibt es auf den Seiten von fleissigesbienchen.de

Mit diesem Rezept habe ich über 2 Jahre gute Erfahrung gemacht. So wie in dem Fleißigen-Bienchen-Artikel versprochen, entsteht innerhalb kurzer Zeit viel Bienenmasse. Viel Bienenmasse bedingt wiederum guten Polleneintrag, der wiederum in Bienenmassenerhaltung und -zuwachs mündet (vgl. Liebig 2021).

Eine andere Möglichkeit ist mit Zuckerteig zu füttern. Hier greife ich momentan auf die konventionell hergestellten Futterteige von z.B. Suedzucker zurück. Es gibt natürlich auch hierfür ein Rezept zum selber herstellen, welches auch von dem Verbandsvorsitzenden der Württemberger Imker Dr. Horn bevorzugt wird.

Strich drunter

Wichtig für die momentane wetterliche Situation ist es, ein Auge auf die Futterversorgung von speziell Völkern mit wenig Bienenmasse zu werfen. Wichtig ist der Kipp-Gewichtstest: Ist die Beute ungefähr genauso Schwer wie ein voller Bierkasten, dann ist alles in Ordnung.

Selbst hergestellter Eweisfutterteig ist konventionell hergestelltem vorzuziehen. Futterteige sind in der jetzigen Fütterungsphase Flüssigfutter vorzuziehen.

Literatur

Liebig, Dr. G. (2021). Über das Wetter, das Brüten und den Futterverbrauch von Honigbienen im Frühjahr. Internet. Abruf 01.06.2024 

Spürgin, A. (2024). Reizfütterung - sinnvoll oder nicht?. Internet. Abruf 01.06.2024

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Kunstschwarm nach Literatur gebildet
Schwarmreiches Jahr

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Donnerstag, 13. Juni 2024
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